Roadtrip vom 02.01.2015 bis 15.02.2015

 

Mit 80 durch New Zealand

 

 

Die Täter:

1.

 

"Du, Olaf. Hast du nich mal nBock auf ne Oldgeraffeltour durch Arizona?"

Das war meine Frage Anfang 2014. Das war quasi der Grundstein für New Zealand.

Er hatte im Prinzip schon Bock, aber nicht unbedingt USA. Er schlug NZ vor. Nach einer längeren Bedenkzeit gab ich das ok.

"und wann?"  2016 peilten wir an.  Wochen später stand da in einer Kurznachricht : Jannuar/Februar 2015.

Das 2015 hab ich nicht registriert und ging von 2016 aus.....wieder Wochen später klärte Olaf mich auf.

"das is ja schon bald" entfuhr es mir.  Also ran an die Organisation. Das wichtigste und schwierigste zuerst: wie bring ich das meiner Frau bei? .... hat geklappt.

Ein Spediteur war schnell gefunden. Dann brauchen wir Holzkisten für die Karren. Ich hatte Glück und ein ansässiger Motorradhändler hatte ein altes Motorradtransportgestell aufm Hof stehen, welches er mir zur Verfügung stellte. Da musste nur noch Holz drumrum. Die Verpackerei begann dann so 8 Wochen vor Reisebeginn.

Olaf hat ein Fachunternehmen beauftragt und somt war seine Kiste professionell gefertigt:

 

Mitte November 2014 brachte ich meine Kiste in den Hamburger Hafen und gab sie bei einem Containerpackbetrieb ab.

Die Zeit verging, das Jahr wechselte und es war der 2. Januar 2015. Es ging los!

Wir hatten die Route des Containers, in dem unsere Kisten waren, stehts im Blick (I net machts möglich) und bekamen Ende Dezember das ok, dass die Motorräder abhohlbereit in Auckland bereitstehen!

Die Tortur des Fluges zu beschreiben erspar ich euch.

Samstag Mittag Ortszeit Landung in Ackland. Erster Eindruck: schön warm und trocken. Mit dem Taxi zu einem vorgebuchten Zimmer in einem Privathaus bringen lassen. Yvette und Jonathan waren zu Hause und wir machten uns bekannt und grillten am Abend zusammen. Das Fleisch wurde selbsverständlich mit Bier runtergespült.

Nach mehr oder weniger durchschlafener Nacht bestiegen wir einen Bus, der uns in die Nähe der Lagerhalle , wo die Kisten standen, bringen sollte. Dank Navi im Smartphone überwachten wir die Route des Busses und stiegen an der richtigen Stelle aus. Ein kleiner Fußmarsch und wir waren da. Da standen sie nun, die Kisten. Neil, der Lagerchef, war sehr nett und bot uns Hilfe an, sofern gebraucht. Wir brauchten später Benzin, da die Kräder leer verschifft werden mussten, und Neil hatte vorgesorgt.

Auspacken:   erst Olafs Pan.

dann meine Knuckle

Es war warm dabei, wie man sieht.

Als wir fertig waren - ankicken.......was soll ich sagen? Natürlich one kick only bei beiden Maschinen. Ersmal zur Tanke getuckert- aber ACHTUNG Linksverkehr. Schon auf der falschen Seite unterwegs....bald ging es besser. Wir kamen unfallfrei an unserer Unterkunft an.

Hier blieben wir eine weitere Nacht zwecks Tourvorbereitung und Jetleg Bekämpfung. Dazu bedarf es Verpflegung und so war der Biertransporter herausgefunden.

2.

So, nun gings wirklich los. Die ersten Kilometer in östlicher Richtung führten durch ein Industriegebiet, kurz drauf wurds aber hügelig, ländlich. Die Küste tauchte auf  - wow! Super Strand, tolles Wetter, am liebsten wär ich gleich ins Meer gesprungen!

Wir wollten aber heute och zum Coromandel. Das ist die schmale Halbinsel östlich von Auckland. Also die tolle Küstenstrasse weiter, dann falsch abbiegen, eine steile Steigung hoch und zack - Olaf ist weg.

Ich hab ein wenig gewartet und dann, als Olaf nicht auftauchte, bin ich zurückgetuckert. Da kniete er da vor seiner Maschine. Oh, is er zum Islam konvertiert? dachte ich so, aber nein- es sah doch mehr nach Panne aus.

Primärbelt gerissen! Nach ungefähr 50 Kilometern! Na das kann ja heiter werden. Wir hatten beide einen Ersatzbelt dabei, doch so schnell einen davon zu brauchen, damit hatten wir nicht gerechnet.

Aufgezogen war der neue in Minuten. Bei der Reparatur stellte ich nebenbei den Irrweg fest und so hatte der Notstop auch noch einen nützlichen Aspekt. (Später bestellte Olaf noch einen Ersatzbelt beim Freundlichen in Wellington per Email. Den holten wir dann später auf der Durchreise ab)

Weiter der Küste nach. Erst wurde es etwas eintönig, doch mit dem Richtungswechsel nach Norden begann eine tolle Strecke. Das Asphaltband zog sich in Schlangenlinie an der Küste entlang. Hinter jeder Kurve tolle Ausblicke.....

Nach über 300 Kilometern liefen wir einen Campingplatz an. Mit eigener Brauerei.

Hier mieteten wir uns für 2 Nächte ein, denn am nächsten Tag sollte ein "Tagesausflug"  stattfinden.

Kurze Hosen Wetter. Dem Besuch der toll angepriesenen Küste mit der Cathedral Cove, Cooks Beach und Hot Beach stand nichts im Wege. Zuerst Cathedral Cove: Steilküste mit kleinen malerischen Buchten/Stränden. Allerdings nur zu  Fuß zu erreichen. Die Wanderung hat sih aber gelohnt.

Da musste ich ins Wasser!

Dann cruisten wir zur Cooks Beach. Ein langgezogener halbrunder Strand erwartete uns:

und schließlich zur Hot Beach, die aber so voll und "unschön" war, dass wir nicht mal n Bild gemacht haben. Aber zwischendurch knipsten wir ein wenig.

 

Am nächsten Morgen war es bewölkt. Beim abbaue des Zeltes stippelte es und dann brach ein Platzregen vom feinsten über uns ein.

 

2.

 

Nach einer halben Stunde hörte es auf zu schütten und wir tuckerten los. Der Himmel zeigte sich durchwachsen. Wir kriegten noch nen nassen Arsch , aber nicht zu heftig. Mit Feuchtigkeit kann mein Krad nicht so gut und so knallte sie und lief nur noch auf einem Zylinder, außerdem hat der Ladestecker fürs Navi Wasser gekriegt und die Sicherung flog. Dann wars wieder trocken aber Olaf fehlte nach einiger Zeit.....ich wartete und als er eintraf berichtete er, dass sein "Regentäschchen, wo die Regenüberschuhe drin sind, sich  beim Versuch zwischen Hinterradreifen und Schutzblech durchzurutschen verabschiedete. Die tolle kurvenreiche und hügelige Strecke genossen wir trotz allem. Das heutige Ziel sollte Rotorua sein. Dort auf dem Campingplatz war es trocken und er ist schön an einem Fluß gelegen, der zum großen See führt

.

 

Jetzt stand ein Besuch bei den Maoris an. Es gibt dort in Rotorua einen Stadtteil/Dorf, in dem das frühere Leben der Maoris im Einklang mit der Natur (hier vulkanische Aktivitäten) dargestellt ist. Dort ist auch ein Geysir, der 6 Meter hoch sprühen soll, was er uns aber nicht zeigte.

 

3.

"What year?" 

Diese Frage hat sich in unser Hirn eingebrannt. "The white one is a 37, the black one a 49" diese Antwort auch. Schon beim ersten Tanken in Auckland kam der ein und andere Neuseeländer zu uns und stellte diese Frage. Und noch mehr. "You are making a roadtrip? Around the world? You bring the motorcycles to NZ for holiday? How long? Where do you want to go-both islands? Where are you from?" and so on. Die europäischen Touristen (meist Deutsche) fragten zusätzlich noch: " Wie teuer war das verschiffen?"

Anfangs hat uns das nicht gestört. Doch die Häufigkeit der Fragen wuchs mit den Stops die wir machten. Bei jedem Tankstop, jedem Halten wegen Foto knipsen, jeder Rauchpause, jedem Campingplatz, jedem shop......nach einer Woche waren wir schon in dieser Hinsicht "geschafft" Wir wechselten uns mit der Beantwortung der Fragen schließlich ab. So wars für jeden nur die Hälfte....grins. 

Die Leute da unten sind echt fahrzeugbegeistert. Eben auch für oldgeräffel und in unserem Fall speziel für amerikanisches Alteisen. Solche Maschinen sieht man dort praktisch nie auf den Strassen. Das hat mehrere Gründe. Erstens- es gibt keine - grins, na sagen wir mal kaum welche. Bis 1956 wurde nur englischer Kram importiert und erst mit der Evo Ära kam HD so richtig auf die Inseln.....so wurde uns das zumindest erklärt.

Wir gewöhnten uns an die Fragerei und gaben bereitwillig Auskunft, aber nach 5 1/2 Wochen waren wir nicht mehr so erzählfreudig, was auch ein Amerikaner, der uns da ansprach, bemerkte.....

4.

Das Wetter war wieder super. Nach dem Besuch der Maoris stand als nächstes die Fahrt zum Lake Taupo und zu dessen Südspitze auf dem Programm. Hier isser:

An der Südspitze nahmen wir einen Campingplatz mit heißen Quellbädern. Da hockte ich mich natürlich rein, nachdem ich ein wenig  Service gemacht hatte. Ventile eingestellt und die Teerbrocken entfernt. Mit schwarzen Fingern stieg ich ins heiße Wasser und hoffte vergebens, dass das Wasser heiß genug ist um das Öl und den Teer von den Fingern zu lösen.

Diese Splitstücke waren noch sehr klein. Vorhin bei der Fahrt zum einkaufen passierten wir eine Straßenflickbaustelle. Dort wurde flüssiger Teer aufgebracht und dann bis zu 3 cm große, spitze Steine draufgeschüttet. Das klebte wunderbar an unseren Reifen und schleuderte dann wild durch die Gegend.

5.

Auf zum den Vulkanen! Wir waren sehr gespannt. Ich bin immer fasziniert von diesen tollen "Bergen". Heute sollten wir die ersten sehen. Wir hofften auf kurvige Strecken, wurden dahingehend aber enttäuscht. Die Ansicht der Landschaft entschädigte dafür allerdings gewaltig. Erst fuhren wir durch en Waldgebiet. Es wurde etwas frisch im Schatten, dann allerdings lichtete sich der Wald und die Sicht auf den ersten Vulkan wurde frei. Er rauchte sogar.

Die Vegetation änderte sich total. Jetzt wuchsen nur noch Gräser. Vulkan 2,3,und 4 waren in Sicht. Die Sonne schien und so entstanden diese schönen Bilder.

Nun wollten wir natürlich noch hoch hinaus und bogen zu einem Skigebiet ab und knatterten steil bergauf. Ober erwartete uns erkaltete Lava und ein paar Häuschen. Es gab nen Kaffee.."What year?".....

Wieder runter. Volle Motorbremse im 4 Gang. Rennmäßige Kurven und zum ausrollen ne lange Gerade. Olaf für vor mir. Ich hörte manchmal ein klack,klack... vor mir. Olaf hielt an der Kreuzung. Er meinte im 4ten Gang klackert es. Ok Erstmal weiter. Nach einigen Kilometern hielten wir wieder. Olaf wollte das noch mal checken. Tatsächlich, im 4ten Gang greift der Gang im Schiebebetrieb nicht mehr. Unter Last hält er aber. Was tun? Wahrscheinlich ne verbogene Schaltgabel, diagnostierten wir. Olaf meint: " denn fah ich halt im 3ten runter". Also weiter.

6.

Forgotten World Highway

hört sich ja schonmal toll an. Es geht auf einer rumpeligen Straße durch Weidegebiet. Die Straße schlängelt sich durch sanfte Hügel, manchmal auch steil. Dann kamen wir in einen Dschungel. Baumartige Farne dominierten den Wald. Die Strasse wird zur Schotterpiste. Na toll. Nächste Belt ade? Nein. Die 7 Kilometer Schotter überstanden die Kräder klaglos. Dann wurds langsam wieder weidelandmäßig mit schönen Kurven. Eine Kaffeepause ("what year?" . Dann gings nen kleinen Pass hinauf und der Blick fiel auf den nächsten Vulkan (Mt. Taranaki), der sich allerdings in Wolken hüllte.

 

Es war Abend geworden als wir in Stratford ankamen. Die Suche nach einem Campingplatz erübrigte sich, da wir von einem starken, kahlköpfigen mit Rauschebart ausgestattetem Herrn angesprochen wurden und er uns eine günstige Unterkunft versprach. Wir folgtem seinem Auto und fanden uns nach einigen Kilometern auf seinem Gehöft wieder. Er öffnete seinen Stall und eine Bar kam zum Vorschein. Plopp, plopp, plopp und drei Biere standen aufm Tresen. Kurzerhand wurde ein langer Tisch mit Stühlen in den "Garten" gestellt und es gab lecker Abendessen in einer tollen Kulisse. Der Vulkan zeigte sich immer mehr. Seine ganze Familie war dabei. Anschließend zeigte er uns sein Motorrad. Eine Triumph Rocket. Da hatte er seinen Namen weg: Rocket-Toni. Wir laberten noch bis in den späten Abend und dann gings ins Bett. Dazu gibts auch was zu sagen, verkneife ich mir hier aber. Olaf zog sich jedenfalls gar nicht aus und ich nur teilweise...... . um 5:30h konnten wir nicht mehr. Wir brauchten frische Luft und wollten eigentlich klammheimlich abfahren, doch wir hatten nicht mit Rocket-Tonis "safety first" gerechnet. Er hatte unsere Motorräder eingeschlossen.

Also machten wir ein wenig Lärm, doch vor 8:00h war kein Lebenszeichen im Haus zu erkennen. Aber dann....gabs noch n Kaffee und ab.

Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an die Familie.

 

7.

Rauf zum Vulkan Mt Taranaki. Tolle Anfahrt. Toller Anblick.

Wir fuhren wieder runter und schlugen dir Richtung Wellington ein. Diese Strecke war relativ langweilig.Ganz selten mal eine Kurve oder ein Hügel. Landschaftlich gabs auch nix her. Ok , ab und zu sah man mal das Meer auf der rechten Seite, aber weit weg. Kaffepause. Es war nicht heiß, so um die 22°C schätze ich und doch wirds der Asphalt weich.

 

Am frühen Nachmittag liefen wir einen Campingplatz an der Küste in Himatangi an. Wind und ein unspektakulärer Strand und ein kleiner store, mehr erwartete uns nicht.

8.

Krawumm, schepper..... die Mopeds werden stark beansprucht, um nicht zu sagen einer Fahrwerkshöchstbelastung ausgesetzt. Die Oberflächenbeschaffenheit des Strassenbelags läßt die Springergabel des öffteren durchschlagen, die Sattelfederung ist wirkungslos. Wir fliegen regelrecht durch die Kurven oder springen über Absätz von nicht selten weniger als 4 cm. Brückenanfang und Ende immer ein gewaltiger Schlag. Straßenausbesserungsarbeiten machten alles noch schlimmer als vorher- wieder Absätze im Zentimeterbereich. Anfangs mussten wir alle 10 Km anhalten und das Gepäck neu verzurren. Unsere Körper machten diese Tortur aber unbeschadet mit. Viel später brach mir doch noch eine Sattelfeder und so musste ich die letzten etwa 1000 Km schräg sitzen, obwohl ich mit nem Handtuch unterfüttert hatte und dass, wo die schlimmste Strecke erst noch bevorstand. Daher rührt auch der Titel der Story. Mehr als 80 km/h waren bei den Straßenzuständen mit einem Starrrahmen nicht möglich.

9.

Auf nach Wellington und rübermachen auf die Südinsel - so der Plan. Also los. Die langweilige Strecke setzte sich fort. Der Verkehr wurde dichter und schwupps waren wir vor der Tür des HD Dealers Wellington. Hier hohlte sich Olaf den bestellen Belt ab und einen Kabelbinder und ne Schraube. Das ließen die sich tatsächlich ALLES bezahlen. Also auch da die gleiche Firmenpolitik. Ein Mitarbeiter war aber sehr nett und schaute im Netz nach, wann die nächste Fähre ablegt. Noch 30 Minuten! Er beschrieb den Weg und ab dafür. Wir schafften das locker. Ticket gabs am Schalter. War n kleiner Schock, als die ca. 200 Euro dafür haben wollten (zusammen). Vor und nachher auf der Fähre trafen wir eine Kradgruppe aus Deutschland. Alles voll durchorganisiert mt Leihmotorrädern (BMW) . Es ging natürlich wieder um die Kosten..... .

Die Überfahrt nach Picton war ruhig und die Einfahrt in den Sound (Fjord) schon schön, trotz tief hängender Wolken.

Am Queen Charlotte Sound entlang zum nächst gelegenen Campingplatz war toll. " hab ich doch gesagt. Auf der Südinsel brauch ich keinen 4ten Gang" strahlt Olaf. Tatsächlich waren hier so enge Kurven, dass man nicht über den 3ten hinauskommt. Wir gaben alles und verloren auch das Bier nicht unterwegs. Bald konnten wir es genießen - leider nicht ganz entspannt, denn die Sandflys schlugen zu....

9.

Über Nelson fuhren wir bis nach Collingwood. Das ist die ziemlich nordwestliche Ecke der Südinsel. Diesmal querten wir einen 1000 Meterpass mit sehr viel Kurven...

10.

Tagesausflug zur Wharariki Beach ganz im Norden. Die letzten Kilometer waren wieder Schotter. Hat sich aber gelohnt. Hier sahen wir auch die ersten Robben.

11.

Weiter. Die legendäre verregnete Westküste ruft. Heute lag der erste Abschnitt dorthin an. Kaum raus aus Collingwood gings los: Heute sollte Olaf das erstemal mit dem Navi vorfahren. Angeschlossen und abgefahren. Dann bleibt er stehen. Strom weg! An allen Kabeln gewackelt, nix zu machen. Strom bleibt weg bzw mal da, dann weg. Zündung an : da, auf Licht weitergedreht: weg. Dann auf einmal gehts wieder- Glück gehabt. Also weiter, doch wir kamen nur einen Kilometer weiter. Wieder Strom weg. Das gleiche Spielchen nochmal . Irgendwie kamen wir auf ie Idee das Zündmodul auszuwechseln. Danach sprang die Pan auch sofort an. Also weiter und ......nach 500 Metern standen wir wieder. Diesmal durfte Olaf aber noch eine Anhöhe hochschieben, da er sehr ungünstig zum stehen kam. Natürlich brannte heute die Sonne und der letzte Pannenplatz hatte keinen Schatten aufzubieten. 

Jetzt kam Olaf die fantastische Idee doch mal nach der Sicherung zu schauen. Die war mit der Halterung verschmolzen und kam sehr widerwillig aus derselben. Komischerweise war die Sicherung nicht durchgebrannt, nur an einem Pol total verschmolzen. Nach weiteren Meßaktionen legten wi das Stromkabel zum Bremslichtschalter tot und nun gings tatsächlich wieder. Übrigens, während der letzten Aktion hielt ein Transporter "What year" , aber er bot auch an, die Pan einzuladen und irgendwo hinzubringen. Ein PKW mit Hänger hielt auch noch. Das Gespräch verlief etwas anders, da es ein deutscher Auswanderer war. Aber auch er hätte die Pan transportiert.

So, die Kiste lief wieder und wir nahmen den Plan wieder auf. Wieder über den Paß zurück und dann in Motueka  rechts abbiegen und bis Murchison weiter. War wieder ne tolle Strecke. Wedelnder Weise cruisten wir durch Wälder, an einem Fluß entlang. Kurzer Kaffeestop. Dort mit einem HD Treiber getalkt.."what year?"....   In Murchison stellten wir das Zelt auf und fuhren noch, wie immer, in das Dorf zum shoppen. Hierbei entdeckten wir noch nen netten Antiquitätenladen. Am Abend schlugen die Sandflys wieder zu.

12.

Westport ist das nächste Ziel. Das heißt, eigentlich wollten wir noch n Stück südlicher, aber es kam anders. Anfangs noch alles schön, doch in dem Kaff Berlins begann es leicht zu regnen. Mit jedem Kilometer steigerte sich das. Also anhalten und Regenhose und Schuhe an (ich, Olaf hatte ja keine mehr). >Weiter. Diesmal sah Olaf mich nicht mehr im Spiegel. Als er nach gefühlten 10 Minuten beim zurückfahren auf mich traf, erklärte ich ihm, dass mein Moped mal wieder Wasserprobleme hat und ich noch ein wenig warten muss, bis die Kerzen samt Stecker von der Motorwärme getrocknet sind. Dann stülpte ich die (wohlwissend) mitgebrachten Gummimanschetten über die offenen Kerzenstecker, verdrehte die Kabel nach oben und sie lief wieder. Mit erhöhter Drehzahl arbeiteten auch beide Zylinder und so erreichten wir völlig durchnässt die Küste. In einem Restaurant berieten wir da weitere Vorgehen. "Camping in Stadtnähe. Dann können wir zu Fuß ne Kneipentour machen" war meine Idee. Also den Stadtcampingplatz ins Navi und hin. Dort (wie überall) hatten sie kleine Hütten zu vermieten. So eine nahmen wir natürlich. Leider war der Platz doch zu weit vom Zentrum Westports entfernt um meinen Plan umzusetzen. Also altbewährt schnell zum Supermarkt.....

13.

Die Sachen trockneten neben der kleinen Elektroheizung langsam, aber am heutigen Morgen waren wir startklar. Ob mans glaubt oder nicht. Es war wolkenlos! Die Sonne strahlte, als wolle sie uns für die gestriege Misere entschädigen. Eine der tollsten Strecken stand uns bevor. Davon wussten wir zu dem Zeitpunkt natürlich noch nichts. Bis Greymouth wollten wir. Erst zum Cape Foulwind und dann nach Süden weiter. Eine schöne Bucht liefen wir auch noch an. Dann erreichten wir den Nationalpark Paparoa. Dschungel links, Tasman Sea rechts , dazu eine Straße im guten Zustand und Kurven ohne Ende und kein Verkehr- sau geil! Mal führte die Trasse hoch über dem Meer und kurz drauf wieder direkt am Strand entlang- Wahnsinn. Dann stoppten wir noch bei den Pancakerocks. Abends in Greymouth sinnierten wir noch lange über die tolle Strecke.

14.

Rüttel, pfeiff, knick, prassel....ohrenbetäubender Lärm weckt uns. Ein Sturm ist hereingebrochen!. Das Zelt knickt bei jeder Böe ein, als wolle es uns zudecken. Der Regen strömte nur so auf das Zelt, eine Verständigung war fast unmöglich. Als wir uns hinlegten war noch alles super. Ein paar Pils halfen uns in den Schlaf. Wir hatten nicht viel Wert auf die Abspannung des Zelts gelegt und nun das. Wenn wir nicht im Zelt gelegen hätten, wäre es sicher davongeflogen. Druck. Mehr Druck...ich muss pinkeln, aber bei dem Guss keine Chance. Stundenlang prasselt es ohne die geringste Abschwächung nieder. Eigentlich glaubte keiner von uns, dass irgendetwas im Zelt trocken bleibt und schon gar nicht, dass der Sturm jemals, zumindest demnächst, aufhört. "Was machen wir dann Morgen?" "?" ....Die Nacht endete und auch der Sturm hörte abrupt auf. Erstaunlicherweise war keine Stange des Zelts gebrochen und auch innen war alles relativ trocken geblieben! Gute China Qualität für 70 Euro halt.

Das Wetterapp verriet uns, dass die nächsten Tage an der Westküste regnerisch bleiben sollen...kurzer Kriegsrat und Kurs Ost eingeschlagen. Rüber über die Alps. Da sollen heute 30°C sein. Nix wie hin. Die Straße führte uns eher zwischen den Bergen durch. So richtige Päße mit Serpentinen gibts hier nicht. Leichte Kurven-ok. Mann steigt aber stetig auf und auf der anderen Seite wieder stetig ab....Der erste Teil der Strecke wars noch bewölkt und langweilig. Dann wurds aber wieder sehr intressant und heiß. In Hanmer Springs war Etappenende. Kein Mensch aufm Platz. Endlich mal Ruhe !

15.

 Wieso endlich Ruhe? Camping ist ja ganz schön. In der Natur übernachten, Idylle. Mit dem Zelt ist das aber nur solange schön, wie es nur ein Zeltplatz ist. In NZ ist es aber leider so, dass sich Zelter und Wohnmobilisten - zumindest die mit kleinen Wohnmobilen (die diesen Namen eigentlich gar nicht verdienen. Das sind so Familienkutschen, wo die hinteren Stzplätze ausgebaut sind und statt dessen eine waagerechte Holzplatte eingebaut ist, wo die Matratzen draufliegen, darunter dann Plastikschubkästen für Campingutensilien) den Platz teilen müssen. Leider verfügen diese Mobile über Schiebetüren. Nun schlummert man schön in seinem Zelt, umringt von Schiebetürmobilen und Nachts gehts dann los. schrrrrrrrtbum, schrrrritbum . Tür auf, raus, Tür zu, pinkeln, schrrrrrrrtbum, schrrrritbum Tür auf, rein, Tür zu....und das mal 5 mal 2 Leute....und Morgens genauso....Ich hasse Schiebetüren.

16.

Bis vor den Arthur Pass wollten wir es heute schaffen. Erst fast bis Christchurch, kurz vorher nach rechts abbiegen und dann rollen lassen bis zu einer Übernachtungsmöglichkeit. Also los. Eine schier endlose Gerade führte uns nach Christchurch. Auf dem Weg zum Pass wars auch nicht viel schöner und so saßen wir am frühen Nachmittag in einem Kaffee  ("what year?") und kein Camp in der Umgebung. Was tun? Moped fahn! Also den Pass doch heute schon in Angriff genommen. Wir kamen höher und höher zwischen zwei Bergketten. Auf der linken(südlichen) Seite hing eine dicke Regenwolke an der Bergspitze. Der Wind wehte hin und wieder Tropfen zu uns herrüber. Das war aber nix wildes, denn die Sonne schien dabei und das aus dem Norden! Die Straße zog sich in langezogenen Kurven durch diese Hochebene. Dann knickte sie in Südliche Richtung ab und das bedeutete nichts Gutes. Dort sah es stark nach Regen aus. Wir fuhren so nah an den Regen wie es ging, stoppten, zogen Regenhose, und ich noch Überschuhe und Überhandschuhe an. Nen Kilometer ode so später begann der leichte Regen. Die Hochebene zog sich ein ganzes Stück hin, wir querten eine lange Brücke und dann stotterte meine Maschine wieder. Hatte ich doch vergessen, die Gummimanschetten an die Kerzenstecker zu fummeln.... . Nachgeholt und weiter durch ein Waldstück, passierten den Bahnhof "Arthurs Pass"  und gelangten an einen Aussichtspunkt auf die Schlucht, wo es wieder runter ging. Dann noch ein Aussichtspunkt und dort bekamen wir Besuch von drei Keas. Wir hatten nun aber nicht mehr so viel Zeit umuns mit ihnen anzufreunden, denn es war schon späterer Nachmittag und wir mussten noch ein wenig fahren. Wir rauschten den Pass runter und standen bald vor dem Camp, wo wir übernachten wollten. Leider befand sich dieses im "Nichts". Keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Kurz entschlossen schossen wir weiter talwärts bis an die Küste, wo wir schließlich ein Apartment in Hokitika bezogen. In Anbetracht der Lage verzichteten wir auf kochen und gingen, nein fuhren (der Vermieter gab uns seinen Wagen) , in die Stadt eine Pizza essen.

17.

Gletscher gucken war heut angesagt- sofern uns die Wolken lassen. Immerhin wars trocken und wir starten südwärts. Die Landschaft und die Straße waren erstmal nicht so der Pralle. Des öffteren überquerten wir steinige Flußläufe über one way bridges. Die gibts in NZ sehr häufig. Klar, zu Hause wäre die Route n Knaller, aber wir waren verwöhnt. Durch Wälder und an Seen vorbei erreichten wir den Franz-Josef-Glacier. Hoch oben in einer Wolkenlücke entdeckten wir ihn. Was die hier fürn Geschisse um das Ding machen... Hubschrauberlärm ununterbrochen. Die Touris lassen sich da hinfliegen. Nach einem Kaffee in F-J Glacier city, -grins, durchfuhren wir wieder ein Waldgebiet, diesmal aber eng am Gebirge und schön kurvig...leider nasse Strasse. Nun erreichten wir den Fox Glacier. Auch ganz nett. In dem Touridorf gabs ne Tanke. War gut das wir da noch Benzin genommen haben, denn bis Haast kam nichts mehr.

18.

Good by Westcoast. Der südlichste Pass über die Alps, der Haast Pass, lag an. Wir erwarteten nichts dolles und es ging Anfangs auch nur an einem steinigen Flußlauf entlang. Die Berge um uns rum wurden höher und auch wir stiegen stetig in die Höhe. Immerhin hat der Paß eine schwindelerregende Höhe von 500 Metern. Zwangsstop an einer Baustelle. Noch schön mit Handbetrieb, die Ampeln. In einem Waldstück erreichten wir fast unbemerkt den höchsten Punkt. Nun änderte sich das Landschaftsbild völlig. Der Wald verschwand, braunes Gras übernahm den Hauptpart. Am Lake Wanaka entlang machte es mal wieder richtig Spaß. Hinter dem See schneebedeckte Gipfel, tolle Wasserfarben. Rüber zum Lake Hawea, einwandfreie Aussicht, einfach toll. inter Wanaka ließen wir uns auf einem Camp direkt am Lake Wanaka nieder. Hier war es richtig voll mit einheimischen Bootstouristen. 

19.

Service und Tagesausflug stand auf dem Programm. Wir fuhrennach Wanaka. Dort versuchten wir Öl der Sorte 20W50 zu bekommen. Zuerst wurde ein Treckerladen aufgesucht, der hatte nichts, dann eine Autowerkstatt, die verwies uns zwei Gebäude weiter an eine andere. Da war ein netter, kompetenter Schrauber, der diese Sorte nicht parat hatte, erst schickte er uns zu einem anderen Treckerhandel, dieser hatte 15W50 in 1 Liter Gebinde - gekauft. Nochmal zurück zur Werkstatt, denn ich brauchte ein "top up" für mein Getriebe. Dies führte er sofort aus und meinte dann ein Kumpel von ihm hätte 20W50 und er würde da nach Feierabend sowieso vorbei und uns dann morgen das Öl geben können- "ok" sagten wir. Dann entdeckten wir gegenüber eine weitere Werkstatt, wo ein SHOVEL und ein Hotrod vor der Tür standen. Rüber. Nette Jungs. Restaurieren da alte Autos und auch mal alte Kräder. Öl hatten sie aber auch nicht, meinten aber im hiesigen Baumarkt gibts welches. Da mussten wir sowieso hin, den Olaf brauchte noch Kabel und einen neuen Sicherungshalter. Öl kauften wir dort nicht, denn der Schrauber wollte uns ja was besorgen.

Zurück im Camp legte Olaf, nach abkühlen der Krümmer, los mit seinem Kabelservice. Ich schaute mir das genüsslich von der Matratze aus an und führte Hilfsarbeiten wie Kabelenden abisolieren, durch. Den Liter Öl schüttete Olaf komplett in seinen Öltank.

Dann der Ausflug der Straße weiter folgend, bis der Asphalt aufhört. Das waren so 20 Kilometer. Also ganz relaxt. Wir hatten ja eine Actionkamera mit und die kam hier mal wieder zum Einsatz. Am Ende der Straße klebten auf der linken Seite am aufragendem Berg jede Menge Paraglider. Sah schön aus. 

Nach getaner Arbeit noch mal die Füße ins Wasser, kochen und n Bier kippen.

 

20.

Das fahren im Allgemeinen ist in NZ sehr entspannt. Mit Ausnahmne der größeren Orte/Städte herrscht ein sehr geringes Verkehrsaufkommen. So gut wie nie wurden wir bedrängt, ganz im Gegenteil. Auf kurvigen Strecken ließen uns die langsameren Autos bei der nächsten Gelegenheit vorbei, indem sie links ran fuhren. Sowas gibts in Europa nicht. Im Sommer setzt sich dieser spärliche Verkehr aus 90% Touristen, davon 80% mit Wohnmobilen, welche wiederum zu 80 % mit Deutschen besetzt sind, und 10% heimischen Fahrzeugen zusammen. Immer wieder wurden wir von den netten Neuseeländern vor Touristen gewarnt, die rechts fahren (insbesondere wurde Asiaten genannt). Das scheint wohl öfters vorzukommen. Höchstgeschwindigkeit ist 100 km/h. Da hielten sich augenscheinlich auch alle dran. Wir mit 80km/h waren doch schon Bremser. Überholen ist nicht ganz so einfach, denn es sind praktisch immer Hügel und Kurven, die die Sicht beeinträchtigen. Es  gibt aber viele Überholspuren. Ampeln gibts praktisch auch nicht. Es wird viel mit Kreiseln geregelt. Das Tankstellennetz ist auch ausreichend. Wir hatten ein paar Strecken von bis zu 120 Kilometern ohne Tanke. In ganz abgelegenen Orten kostet der Sprit erheblich mehr.

21.

Queenstown, die Tourihauptstadt der Südinsel wollten wir meiden und so eierten wir nach Arrowtown. Eine schöne Landstraße führt da hin. Am Ende gings erst hoch und dann auf der Paßhöhe hatte man einen tollen Blick auf das Tal mit Queenstown. Dann in Serpentinen runter ins Tal. Schönes Camp in Arrowtown. Wir waren recht früh angekommen und nachdem das Zelt stand starteten wir noch zu einem Trip nach Glenorchy. Dazu mussten wir doch durch Queenstown durch und waren erstaunt über das Touristengedränge in der Innenstadt. Immer am Lake Wakatipu entlang, hügelig, kurvig, fuhren wir auf eine phantastische Bergkulisse zu. Schneebedeckte Bergspitzen, der riesen See, die tolle Straße- klasse. Leider brach mir auf der Strecke die Ölfilterhalterung. Ich konnte sie aber festtüdeln und auf dem Rückweg in Queenstown schweißen lassen.  Natürlich wollten die Leute nichts dafür haben. Der Schweißer hat mir den Halter sogar wieder angebaut- ich wollte das gar nicht, er ließ mir aber keine Wahl. Super nett!

22.

Von Arrowtown bis Te Anau gibts nicht viel zu berichten. Die ersten 50 Kilometer sehr schlechte Straße, schöne Stelle fast am südende des Lake Wakatipu. Dann eintöniges Strecke machen durch unspektakuläres Gelände.

 

23.

Ein weiteres Highlight erwartete uns heute. Milford Sound. Ein wilder, meist nasser Fjord mit hoch aufragenden Bergen und Wasserfällen. Wir starteten um 10:00h rum. 100 Kilometer eine Strecke. Die Sonne schien. Sollten wir wirklich Regensachen brauchen/mitnehmen? Hinter dem uns beschriebenen Tunnel, der Wetterscheide ist, solls meist schlecht sein.... Naja, in der Satteltasche stört die Regenhose ja nicht. Eine Ebene. Sie verjüngte sich zunehmens, je weiter wir fuhren. Dann Wald. Dusterer Wald. Man konnte fast nicht mit Sonnenbrille fahren. Dann, nach einer Kaffeepause auf einem leeren Camp, wieder eine Lichtung. Da standen in Buchten Reisebusse, die während unserer Pause vorbeifuhren. Die Touristenmassen standen drumrum und bestaunten die gewaltige Bergkulisse. Wir knatterten vorbei, tiefer in das Gebirge. Nun stiegen wir auch in die Höhe. Kurven. Fluß, Wald,  Berg, Wasserfall, Sonne, hell, dunkel...man konnte gar nicht alles so schnell aufnehmen. An einem Aussichtspunkt hielten wir. Atemberaubende Aussicht. Später kamen wir dann zu dem Tunnel in einer Art Schlucht zu stehen. Stau. Das lag an der Ampel, die auf rot stand und den Gegenverkehr durch dn Tunnel ließ. Steil war die Haltestelle. Motor aus- Smalltalk (what year?,- nein es waren deutsche). Dann Bewegung an den Fahrzeugen. Es wird gleich grün. Ich wollte unbedingt hinter einem gut beleuchtetem Fahrzeug herfahren, weil der Tunnel stockfinster sein sollte. Also Moped an. Nur Olafs Pan wollte einfach nicht anspringen. Er müte sich stetig. Die anderen Fahrzeuge fuhren los. Die hinter uns überholten uns. Dann, endlich, die Maschine läuft. Olaf fährt los. Ich hinterher. Stockfinster war noch geschmeichelt. Ich hab nix gesehen und nu gings auch noch runter....ich versuchte dem roten Punkt, den ich da irgendwo erkannte, zu folgen. Das Navi blendete....nach einer gefühlten Unendlichkeit waren wir durch. Puh, erstmal durchatmen und Regensachen anziehen. Nein, weit gefehlt. Die Sonne strahlte hier genauso weiter. Also abwärts zum Sound. Es ging durch Wald, so dass man den Sound erst kurz vor Ankunft sieht. Es war toll. Wir waren tatsächlich da! Wahrscheinlich die ersten HD Alteisen der Welt hier. Dann eine kleine Ernüchterung. Dies war kein Dorf oder so, sondern nur ein riesen Touristenrummel. Wir buchten eine Soundrundfahrt und spazierten zum Anleger. Am Anleger war ein richtiger Busterminal mit mindestens 10 Stellflächen gebaut worden, von dem man trockenen Fußes in ein Gebäude gelangt und von dort zum Schiff. Die Seefahrt war super. Zwei Wasserfälle, steile ,bewachsene Felswände, Robben. Wir schipperten bis ans Ende des Sounds zur offenen See und zurück.  Dann noch tanken. Sie haben da einen Tankautomaten- sonst hätten wirs nicht zurück geschafft. Der Tunnel war zurück nicht soo schlimm, denn ein Wohnmobil fuhr sehr langsam vor mir.

 

24.

Nach dem schönen Erlebnis sollte nun ein Besuch in Invercargill folgen. Das Wetter machte heute einen nicht so guten Eindruck. Irgendwie sahs nach Regen aus. Ich kickte meine Maschine an und wir fuhren los. Auf der Straße bemerkte ich dann, dass meine Ladekontrolllampe nicht aus ging. Hmm. Mal abwarten, vielleicht wird das noch was. Aber nein, sie flackerte mal kurz, blieb aber an. Gestoppt. Bischen am Kabel gewackelt und siehe da- aus. Na bitte, geht doch! Keine 2 Kilometer weiter war sie wieder an. Nun hieß es, mal genauer hinzuschauen. Aus 2 Gründen. 1. noch war es trocken, 2. meine Batterie war eh defekt, hatte nur 10,48 V zu bieten. Damit würd ich sicher auch nicht bis Invercargill kommen. Meßgerät rangehalten- 0 V an der Lima- ok. Also kurz gewartet, dass der vordere Krümmer sich etwas abkühlt und dann erstmal den Deckel der Lima runtergenommen. Da hat man ja gleich die Anschlüsse freigelegt und ich entdeckte auch ein Problem. Eine Schraube an einem Feldanschluß war lose und somit könnten die Pole keinen richtigen Kontakt haben - könnten. Natürlich hatte ich irgendwann zu Hause gepfuscht und da eine nicht ganz passende Schraube reingedreht, die jetzt nicht mehr griff. Ich kam da auch nicht richtig dran und so wurde kurzerhand die Lima rausgenommen. Jetzt probierten wir ein Schräubchen einer Lüsterklemme aus (Olafs Idee!). Is  natürlich metrisch, Durchmesser kam aber hin. Soll ich jetzt mit Gewalt?... Nein. Ich steckte einen Draht in das Gewinde und versuchte die alte Schraube dadurch zum fassen zu bringen. Draht war aber zu dick, also ein Kupferkabelkern genommen. Das ging. Die Schraube ließ sich leicht festziehen und ich befand das für gut. Alles wieder zusammen, Moped an und gemessen- aah, 13,8V beim Gas geben. Das reicht. Diese Notreparatur hielt den Rest der Tour.

Das Gelände war ganz leicht hügelig, rechts in der Ferne sah man die Südalpen. Die Strecke zog sich und der Himmel immer grauer. Wir erreichten das "Südmeer". Kurz vor Invercargill fing es dann doch noch an zu regnen. Also angetüdelt und hinein in die Stadt. Warum? Klar, wir wollten Burt Munro besuchen. Da gibts einen großen Hardware Laden, der hat zwischen der Auslage so um die 70 Oldtimer, davon 2 Autos, stehen. Die waren schon die Anreise wert. 5 Ariel Squarefour z.B. - hab ich vorher noch nicht live gesehen. Dann noch Burts original Rekordmaschine (Indian). Da ist aber nicht mehr viel Indian dran. Ja und dann war da noch eine Nachbauverkleidung der Indian. Da konnte ich nicht widerstehen und bin da in voller Regenmontur reingekrabbelt. Raus war dann schwierig . Wir sind dann mal kurz raus und ein älterer Herr in Geschäftsuniform folgte uns. Er bestaunte unsere Kräder und lud uns auf einen Kaffee ins Geschäft ein. In einer Sofaecke lief der Film "the world fastest Indian" und der Herr flüsterte uns eine Geschichte, die wir akustisch nicht so mitkriegten. Auf jeden Fall ist sein Opa mit Burt um die Häuser gezogen...oder wars der Uropa? Er bot uns noch an mit seinem Auto hinterherzukommen (zum Camp) und uns Bier ausm Liquorshop mitzubringen, da wir das ja nicht selbst transportieren können! Hab ich noch nie erlebt.. Cool der Herr. www.ehayes . Wir lehnten dankend ab, tuckerten zum Camp, nahmen uns wegen des Regens eine Hütte und besorgten uns dann selber Bier. Nach einigen der Biere kamen mir neue Customisingideen. Jeansmuffler z.B. .......

25.

Verschlafen. Um 10:00h mussten wir aus der Hütte sein. Um 9:45h erwacht. Überall in NZ muss man um 10:00h raus sein, bzw aus den Waschräumen und Küche in den Camps. In den Camps wird das aber nicht sooo eng gesehen. Allerdings drängelt dann schon das Putzkomando... . Wir waren geschwind raus aus der Bude und on the road again. Die Catlins ist ein Landstrich ganz im Süden östlich von Invercargill. Sanfte Hügel, sanfte Kurven, grünes Weideland, keine Tourisen. Wir steuerten den südlichsten Punkt der Südinsel an. ok-fast. Die Curio Bay. Dort erwähnten wir eine Übernachtung, doch der Platz im Schilf war zwar gemütlich, aber keinerlei Einkaufsmöglichkeiten auf x Kilometer. Wir gingen zum Strand runter und man konnte Delfine im Wasser erkennen. Wir mussten also weiter und eine einwandfreie Kurvenstrecke begann. Zum Glück war die Straße trocken, so machte es richtig Laune. Irgendwo im Wald war ein Camp. Die hatten dort auch ein Restaurant. Dies suchten wir am Abend auf und gönnten uns mal was nicht selbst gemachtes zum Essen und gezapftes Bier dazu. Der Abend war nett, den ein älteres Ehepaar aus Christchurch gesellte sich zu uns und wir hatten viel zu erzählen.

 

26.

Appropos Essen. Wir sind Selbstversorger gewesen. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. Die Küchen der Camps waren allesamt sauber und alle nötigen Geräte da. Herd, Spüle, Kühlschrank. Einige waren sogar mit Töpfen und Geschirr ausgestattet.  Und wieder sehr viele mit einem großen Gasgrill. Also ergibt sich daraus, dass wir meistens gegrillt haben, aber auch mit Töpfen und Pfannen wurde gewirbelt. Es war täglich das gleiche vorgehen. Ankommen, (meistens) Zelt aufgestellt, in die Küche geschaut- ob Töpfe und Grill da sind- , einkaufen gefahren, Bier getrunken und dann zum kochen abgerückt. Wir achteten darauf, dass wir keinen Skorbut kriegten indem wir sogar Gemüse aßen!  Steaks und grobe Lammwürstchen waren beim Grillen hoch im Kurs, immer n bisl Gemüse dabei. Aber wir kochten auch Süßkartoffeln und bereiteten Gemüsepfannen zu....aber seht selbst..... . Ach so, zu den Vor- und Nachteilen: Vorteil ganz klar die Kosten und die Menge der Speise. Mit den kleinen Restaurantportiönchen kann ich nix anfangen. Nachteile sind natürlich das tägliche Einkaufen und die Zubereitung. 

Frühstück bestand alle 2 Tage aus Spiegeleiern mit Speck. Jeden Morgen gabs Toastbrot. Was anderes gibts da leider nicht....

27.

Nach einem leckerem Toastfrühstück setzten wir die Reise nach Norden fort. Die Landschaft wurde langsam wieder trockener und wir sahen auch die Sonne mal wieder. In Balclutha, auf einer Tankstelle durften wir die Fettpresse des Reifenhändlers nebenan benutzen und schmierten insbesondere die Gabel neu ab. Das Volk war wie immer sehr intressiert an unseren Maschinen und der Reise. Nach einem Kaffee zog es uns weiter. Kurz vor Dunedin links ab. Wie eine Schlange zog sich die Straße durch die von trockenem Grasland bewachsenen Hügel. Richtige Schußfahrten waren dort zu bewältigen. Die heutige Endstation: Middlemarch. Das liegt so richtig im Nichts. Nur braune Grasfelder soweit das Auge reicht. Hier gabs allerdings ein Camp. Wir waren fast allein dort. Ein kleiner Laden war auch in der Stadt und Bier zum takeaway sollte es im Hotel geben. In der Hotelbar bekamen wir tatsächlich, von einer gleichgültig scheinenden Dorfschönheit, soviel gut gekühltes Bier wie wir wollten. Sie hatte auch alle Sorten da... . Am Abend kamen wir noch einmal zurück und tranken mit der Landbevölkerung ein paar Bierchen. Sie fanden es gut, dass wir abseits der normalen Touriroute mal vorbeischauten.

 

28.

Die Straße zog sich. Uns war klar, dass diese Strecke ein Umweg von einigen (so um die 100Km) Kilometern war. Aber wir waren ja zum fahren hier und wollten so viel als möglich sehen. Landschaftlich veränderte sich nichts großartig bis wir an eien Stausee kamen. Dort herrschten so um die 30°C und ich kühlte mich im See ab. Eine Mittagspause war mal von Nöten. Später fuhren wir dann nach Cromwell und zelteten dort.

29.

Zum Geburtstag hät ich mir ja besseres Wetter gewünscht, aber es regnete zumindest nicht.Ein Paß stand an und dann ne lange Gerade. Beim Tanken mit netten HD Fahrern geschnackt. Die standen dann bei unserer Weiterfahrt um uns herum und wir beteten , das die Mühlen sofort ansprangen. Wir wollten nicht zum Gespött werden. Und es war natürlich verlass auf unsere gepflegten Alteisen. Beide souverän one kick only. Wir knatterten los bis zu einem Örtchen namens Twizel. Hier wollte ich genüsslich ein paar Bier zu meinem Ehrentag ausgeben. Gesagt, getan. Nachdem wir das besorgte Bier und das Grillgut vernichtet hatten begaben wir uns noch in eine Sportsbar und irrten spät in der Nacht zum Zeltplatz........

30.

Mir ist schlecht. Ich hörte ein zischen als Olaf aufstand. Ich blieb noch ein wenig liegen. Irgendwie war ich noch nicht fahrfähig und teilte Olaf mit, dass ich noch ne Nacht bleiben muss. Etwas grimmig, weil er schon die Luft aus seiner Matratze gelassen hatte, war er aber auch sehr einverstanden und legte sich auch wieder hin, nach dem erneuten aufblasen, versteht sich.... . Mittags drängte ich dann doch zu einem Ausflug zum Mt Cook. Ok noch n Kaffee, dann aber los. Wolken hingen tief, waren aber nicht bedrohlich dunkel. Am türkisfarbenen Lake Pukaki entlang erreichten wir nach 55 Kilometern ein feines Stück Erde. Das Tal verengte sich zunehmend. Erste Schneefelder tauchten oben auf den Gipfeln auf. In der Ferne sah man einen Gletscher. Schön auch, das sich die Sonne durchkämpfte und wir ein wenig vom Mt. Cook sahen. Ein weiterer Gletscher zeigte sich. Eine unwirkliche Welt offenbarte sich. Beim Edmund Hillary Museum gabs einen Kaffee und anschließend machten wir uns auf den Rückweg. Dort hielten wir noch an einem Aussichtspunkt. Der große Berg zeigte sich zwar immer noch nicht ganz, aber schick wars trotzdem. Weiter.., da geschah es.....nix one kick only. ich trat mir den Fuß wund und eine Japanerin beobachtete das Schauspiel sichtlich amüsiert. Doch dann hatte die Maschine erbarmen mit mir und sprang an....

31.

Jetzt waren wir endgültig wieder fit und brachen auf. Weit kamen wir aber nicht, denn das Wetter hatte sich noch weiter verbessert, so daß der Mt. Cook sich komplett zeigte. Das musste natürlich abgelichtet werden. Später kamen wir noch am Lake Tekapo vorbei. Hier war ein nettes Idyll. Dann kamen wir auf eine kleine Passhöhe und dort fanden wir ein nett auf vintage gemachtes "cafe" vor. Dort mussten wir stoppen. Ein Bel Air, alte Zapfsäulen, Streamliner usw standen dort rum. Hier wurden wir von Norbert und Rose aus Havelock angesprochen. Norbert ist vor zig Jahren ausgewandert und war ein HD Alteisenkenner. Wir unterhielten uns nett und die beiden luden uns zu sich nach Hause en, wenns paßt.

Bald fuhren wir wieder durch die braune Graslandschaft und einige kleine Städte, überquerten noch einen türkisfarbenen Fluß, bis wir schlußendlich kurz vor Christchurch auf einem eher ungemütlichen Camp ankamen. Hier wollten wir 2 Nächte bleiben, denn für den nächsten Tag war wieder mal ein Tagesausflug vorgesehen. Es war Sonntag und der asiatisch anmutende ältere Herr an der Rezeption war wenig amused darüber, das wir in rausklingelten. Er hätte doch heut frei usw... wir "durften" aber trotzdem bleiben. Dies war ein Camp, wo einige Arbeiter und andere für länger wohnten. Naja, auf jeden Fall hatte er ein Grün, wo wir als einzige Zeltgäste  bleiben konnten. Auch hier bekamen wir gleich wieder Besuch von intressierten Leuten ("what year?")

 

32.

Tagesausflug zur Banks Peninsula. Das ist eine Halbinsel östlich von Christchurch, die durch einen Vulkanausbruch entstand. Hier sollte es tolle Kurven geben. Anfangs waren wir enttäuscht. Nur geradeaus mit mächtig Wind, doch später führte die Straße in engen Kurven auf den "Kraterrand" und in den Krater hinnein. Unten am vollgelaufenem Vulkankrater führt die Straße bis nach Akaroa. Da fuhren wir aber nicht gleich hin, sondern vorher eine schmale sehr steile Straße wieder rauf zum Kraterrand und dort gegenüber wieder seeeehr steil runter. Meine Trommelbremsen kamen ans Limit. Olaf meinte später, dass die hintere Bremse gequalmt hätte, als wenns dadrin gebrannt hätte. Also im ersten Gang da runter- volle Motorbremse reichte da nicht aus... . Wir kamen aber gut unten am Wasser an und ich spielte mit dem Gedanken, dort schwimmen zu gehen. Das Wetter passte, doch ich empfand das Wasser als zu kalt...Also wieder hoch gefahren und auf dem Kraterrand einige Kilometer rum gefahren bis wir wieder steil nach Akaroa runterkamen. Getankt und mit einer Kaffeepause wieder den Rückweg angetreten. Nach den Serpentinen empfing uns ein heftiger Wind vom Meer her und nach einigen Kilometern bogen wir nach rechts ab und "fanden" eine nette Strecke die nach Lyttelton führte. Diesen Weg fuhren wir auch wieder bis zur Hauptstrecke zurück um dann auf der Hauptstrecke wieder zum Camp zurück zu kommen. Hat echt Spaß gemacht, doch der Straßenzustand auf der Halbinsel ist überwiegen miserabel.

Nach unserem Essen gesellte sich noch ein Pärchen zu uns und wir tauschten uns noch eine Weile aus. Hier wurde auch Olafs Brandwunde erstmals von den beiden versorgt. Vor Wochen hatte er sich nämlich mit seinem Krümmer angelegt und... der war heißer als seine Wade....

33.

Wir ließen das Camp hinter uns, folgetem dem Statehighway 1 eine Weile nach Norden und bogen später nach links auf eine weniger stark befahrene Straße. Nach 80 Kilometern gabs die erste Kaffeepause neben Possum und Pams Laden. Das Dorf besteht aus 5 Häusern und nem Hotel. Bei Pam gabs Schnickschnack zu kaufen. Nie hätte ich gedacht, dass man hier mit so einem Laden überleben kann. Doch während unseres Kaffeestops hielten doch einige Leute an und kamen teilweise mit vollen Tüten wieder raus. Naja. Eine fast endlose Gerade führte uns weiter nach Nordwesten. Irgendwann kam endlich der Abzweig wieder nach Norden. Dies sollte sich als eine der schönsten Strecken erweisen. Auch hier anfangs wieder geradeaus, doch grade als ich fast enttäuscht war, kam eine Flußsenke, die toll anzusehen war und schöne Kurven runter als auch hoch hatte, dann wurds immer bergiger und wir durchquerten einen lichten Wald. Einzelne Gehöfte waren auszumachen. Dort sah ich Lamas. Weiter durchcruisten wir die sich schlängelnde Straße. Tolle Panoramen, super Sonnenschein, perfekt. Dann kam uns ein sehr langsam fahrender Pickup entgegen und der Fahrer bedeutete uns langsam zu fahren....schon wieder ein Haus? Nein, diesmal wars eine Schafherde. Die hatten richtig Schiß vor unseren blubbernden Mopeds, so stellten wir die Motoren ab. Die Hunde hatten gut zu tun, um die ausgebüchsten Schafe wieder einzufangen. Als die durch waren konnten wir weiter. Ich beschloss noch irgendwo anzuhalten und nen Kaffee zu kochen und n bischen Siesta zu pflegen. Die Pause war gar nicht so lang, doch schon zogen Wolken aus Osten vom Meer kommend heran. Wir machten uns auf. Regen hatten wir keinen Bock drauf. Immer noch schlängelnder Weise, jedoch abwärts, zuog sich die Straße. Die Wolken wurden dichter und links in den höheren Lagen sah man schon, dass es regnete. Die Strasse führte nicht nach links. Bald trafen wir auf den Highway 1 und bogen nach links ab und erreichten kurz drauf in ganz leichtem Niesel Kaikoura. Hier sah man wieder mehr Touristen. Kein Wunder, denn hier ist das Whalewatchingzentrum. Wir verzichteten drauf, denn uns wurde vor einer Woche oder so, von Teilnehmern einer solchen Excursion, erzählt, dass man zwar Wale sieht, aber nur kurz die Fluke und das wars.  Also ein Stück weiter südlich ein Camp bezogen. Der Strand war greifbar nahe und man hörte die Brandung recht deutlich. Wir sind noch hin, aber mit baden war nix. Schiet Wetter (leichter Regen) .

 

 

34.

Wir verließen Kaikura in nördliche Richtung. Nach einigen Kilometern erreichten wir eine Garküche direkt am Wasser. Hier schlemmten wir. Ich wollte unbedingt einen Crayfisch essen. Es war zwar erst kurz nach 11:00h morgens, aber son Ding geht immer. Wir suchten uns 2 schöne aus und genossen sie unter freiem Himmel mit Meerblick. Auch eine Robbe durfte nicht fehlen.

Nach dem luxuriösen Mahl tuckerten wir die Küstenstraße weiter. Sehr starker Wind kam auf und leider meistens von vorn und auch böig von der Seite. Richtig Schräglage war bei den Böen nötig, um auf der Fahrbahn zu bleiben. Dieser Wind begleitete uns bis nach Picton, wo wir die Überfahrt zur Nordinsel für den nächsten Tag buchten. Diese Tickets waren um die Hälfte ! billiger als die Herfahrt. Es war noch recht früh am Tag und so fuhren wir noch ins Zentrum von Picton und tranken Kaffee auf der Mainstreet. Zwei Kreutzfahrtschiffe lagen vor Anker und die Touristen wurden angelandet. Es wurde voll. Die Leute bestaunten unsere Maschinen mehr als den Ort. Auch Gespräche wurden wieder gesucht. Schließlich wurde es späterer Nachmittag und wir brachen auf um nach Havelock zu fahren. Dorthin hatte uns der Norbert und seine Rose ja eingeladen. Die sehr kurvige Strecke kannten wir ja schon, machte aber wieder viel Spaß. 

Es war noch niemand da, als wir eintrafen. Sie waren noch auf der Arbeit. Doch keine halbe Stunde später trafen Rose und Norbert ein und hießen uns willkommen. Es ging sofort in die Garage. Wir waren sichtlich erstaunt, was dort zu sehen war. 3 Panheads, 2 Ironheads, ein Evo und eine XT 500 standen da. Es gab erstmal ein Bier und wir bestaunten den Fuhrpark. Damit hatten wir nicht gerechnet. Es gab noch ein Bier. Später begrillte uns der Norbert noch mit ausgezeichneten Wildschweinbratwürstchen und Steaks und Rose hatte einen Salat gezaubert. Lecker Graubrot gabs noch obendrauf. Wir redeten noch viel Benzin und der Abend neigte sich dem Ende. Olaf und mir wurde jeweils noch ein eigenes Zimmer mit einem BETT zur Verfügung gestellt- wir waren gerührt. Fast peinlich war uns so viel Gastfreundschaft für eigentlich fremde Leute. Ganz großen Danke nochmals von hier aus.

 

35.

Nun hieß es Abschied nehmen von der Südinsel. War schon n bischen komisch im Magen. Tolle Erlebnisse zurücklassen. Aber what mut datt mut...Bei super Wetter Bei Rose und Norbert los. Das 3te Mal die geile Küstenstrecke gefahren. Wir hatten noch viel Zeit und machten in einer Bucht Pause. Sofort war ein Gesprächspartner da...echt unkomplitierte Menschen da... . Der Abfahrttermin der Fähre kam näher und so knatterten wir nach Picton, nicht ohne noch einige Fotos des Sounds , teilweise mit Kreuzfahrtschiff, zu machen. Die Fahrt war anfangs ruhig und nett, doch der Wind frischte sehr auf und um die Nordinsel wars schon ne sehr steife Brise, welche uns da um die Ohren wehte. Wellen waren aber nicht. Allerdings waren auch viele Wolken aufgezogen und es kühlte merklich ab. In Wellington sahs richtig nach Regen aus, doch noch wars trocken. Von der Fähre runter und ...Stau! Der erste in NZ! und der zog sich ...bis weit nach Norden....und es sah immer grauer aus...30 Kilometer später waren wir auf einem Camp- trocken. Nahrungsmittel waren hier allerdings nicht mehr zu bekommen außer Bier...naja, was soll man da machen?...

 

36.

Der kälteste Tag stand uns bevor. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ok - es regnete nicht. Ich programmierte mein Smartphonenavi, wie jeden Morgen, dann wurde die Zwiebeltechnick angewandt...und ich, ich Blödmann, ziehe oben rum alles an, was ich mithatte, untenrum aber nur die Jeans. War frisch. So um die 12 °C. Die Fahrt begann spektakulär. Durch ein Gebirge schlängelte sich der highway. Es wären höhere Kurvengeschwindigkeiten drin gewesen, wenn uns nicht ein bis zwei Busse ausgebremst hätten.  Später verließen wir die Hauptsrasse und da war nix mehr los. Einsamkeit pur aber verhältnismäßig gute Straße und sehr kurvig...das mahte, trotz der Kälte, Spaß. Kaffeepause- irgendwo. Danach eine "Sehenswürdigkeit" = der längste Name eines Platzes weltweit. Durchgekühlt kamen wir an unserem ausgewähltem Holiday Park an. Der war aber mehr als einsam gelegen und es gab weit und breit keinen Einkaufsladen. ...Was tun? Klar woanders hin. Ich weiß den Namen der "Stadt" nicht mehr, aber wir fuhren die 50 Kilometer noch. Da passierten wir einen Supermarkt, ne Tanke und waren zufrieden. Später, beim Bier holen hatten wir noch "einen Biss" aber egal...

 

36.

Endlich wieder Sonne und Wärme. Nach dem obligatorischem Frühstück bauten wir unter strenger Überwachung eines im Rollstuhl sitzendem alten Herrn unser Zelt ab. Jeder Handgriff wurde beobachtet, blieb aber komentarlos. Unangenehm war uns das aber schon. Mopeds, springt bloß an, sonst würden wir was zu hören kriegen...

Bals bogen wir von der Hauptstraße ab. Sofort ware die Straße fast leer und einige Kurven meldeten sich an. Weiter, kilometerweit durchfuhren wir Weinfelder, bis wir an einer großen Tankstelle bei Napier hielten. Es waren einige Motorradfahrer dort und es wurden mehr. Wir wussten was passieren wird. Wir wurden wieder mit Fragen gelöchert. Wir erfuhren, dass es in Napier an diesem Wochenende ne Bikerparty gibt und alle dort hin wollten. Wir sollten mitkommen, lehnten aber mit der Begründung ab, das wir keine Zeit hätten. Wir wollten noch bis Gisborne weiterfahren. Das bereuten wir nicht, denn eine herrliche Strecke tat sich auf. Kurven satt. Mal ein Blick aufs offene Meer, mal in Schluchten, mal im Wald und dass über 100 Kilometer am Stück- klasse! In Gisborne liefen wir das erste Camp an. Der aus England stammende Platzwart verwickelte uns wieder in ein nettes Geplauder. Ein riesen Platz tat sich auf und wir fuhren bis zum letzen Ende. Dort waren schon 2 Zelte. Wir separierten und davon nach , weil wir mal Ruhe haben wollten. Jetzt noch auf zum downtown zum Supermarkt. Wir verschwanden schnell darin und wenig später schnallte ich einen Karton Bier auf mein Moped. Sofort waren wieder intressierte Leute um uns herum. Olaf knatterte schon mal zu einem Telefonladen und ließ mich mit den Leuten allein. Als alle die technischen Motorrad- und Reisedaten hatten brach ich auf zum Camp. Kurz drauf erschien auch Olaf. "Da kommt gleich noch einer, der will sich dein Moped ansehen" "Aha" . Keine 10 Minuten später hörten wir das typisch Motorengeräusch eines V8 Amischlitten. Sie sichteten uns und 2 Leute stiegen aus. Sie begutachteten unsere Kräder sehr genau, speziell meins. Wir erfuhren, das sie noch nie eine Knucklehead in Gisborne gesehen hätten außer seiner eigenen! Ich war überrascht- ne knuckle hier? Gern wollte ich mir die ansehen. Augenblicklich lud - Mist, ich hab den Namen vergessen-  zu sich nach Hause ein, doch wir waren ehrlich gesagt zu faul/kaputt und so meinte ich er könne sein Krad doch herholen. Gesagt, getan. Ne gute halbe Stunde und wir hörten das Geknatter den Weg runterkommen. Er mit Knuckle, sein Kumpel mit Shovel kamen zu uns. Ein paar Bier später war unser Bier alle- watt nu? Fahren konnten Olaf und ich nicht mehr, unser neuer Freund wollte nicht, aber ein netter, ursprünglich aussehender "Maori" fuhr mich zum Supermarkt und zurück! Irgendwann verließen uns die Besucher und wir gingen zum grillen über. Mit Taschenlampe....

 

37.

Wir wurden gewarnt, das die Strecke nach Opotiki sehr rau ist. Das ist leider war. Der Asphalt ließ sehr zu wünschen über, aber ansonsten wieder tausend Kurven durch einen unendlich scheinenden Canyon (Gorge). Ich hielt nicht an, war quasi mal wieder im Kurvenrausch. Stunden später gabs Benzin und Kaffee in Opotiki. Nun war es nicht mehr so weit bis Rotorua, wir machten aber unterwegs noch eine Badepause an einem herrlichen, fast menschenleeren Strand. Die Sonne brannte, das Wasser war angenehm temperiert. Es viel mir schwer weiterzufahren. Aber was solls. Später waren wieder nette Kurven rauf zu den Kraterseen Rotoma, Rotoehu, Rotoiti und Rotorua. Hier steuerten wir wieder den von uns vor Wochen genutzten Campingplatz weit vor Rotorua an. Natürlich wurde wieder gegrillt.

 

38.

Es folgte eine sehr stark befahrene, nicht besonders atrktive Strecke. Anfangs drohte auch Regen, doch wir kamen mit ein paar ganz kleinen Tropfen weg. Je weiter wir vom Vulkanplateau runterfuhren, je besser wurde das Wetter. 

Ich sah ein orangenes Blinklicht hinter mir und schon überholte uns ein Begleitfahrzeug eines Schwertransportes. Wenig später zog auch der an uns vorbei....peinlich. Allerding hatten wir ihn an der nächsten Kurve wieder und überholten zurück. Wir sahen ihnnie wieder. Obs an der kurvig gewordenen Strecke lag oder er abbog? Nach einen Tankstopp konnten wir endlich nach rechts auf kleinere Strassen abbiegen. Sofort war alles wieder schön. Hügel, Kurven, kein Verkehr, kleine Dörfer. Kurz nach einemsolchen Dorf machte es in einem Schlagloch "knack" . Ich wusste sofort was los war. Eine Sattelhaarnadelfeder gebrochen. Mist. Ich stopfte ein Handtuch drunter und etwas schief sitzend fuhr ich weiter. Unser Etappenziel war nicht mehr weit.. Etwa 30 Kilometer vor Auckland war ein "Naturcamp" . Es gab Wasser und ein Plumsklo und keine weiteren Zelte, geschweige denn Wohnmobile. Ein Dorf vorher hatten wir uns Proviant und 2 Flaschen Wein besorgt. Eine dieser Flaschen liegt nun irgendwo zerbrochen neben der Küstenstrasse. In einer Rechtskurve verließ sie ihren Stauraum. 

Das Gatter zum Camp war verschlossen. Ein Hinweisschild beschrieb, das man einen Ranger suchen soll....Olaf machte sich auf und kam tatsächlich nach ner halben Stunde mit dem Code für das Zahlenschloß wieder.  Das Zelt stand. Ich überlegte, wie weit wir mit einer Flasche Wein kommen....und entschied noch mal ins Dorf zu fahren. Mal gucken obs da noch eine gibt. Ich kam mit eiem Karton Bier zurück....... . Das Chilly schmeckte vorzüglich. Es war eine ruhige Nacht im Omana Reginal Park.

 

39.

Relativ schnell waren wir durch Auckland durch, überquerten die große Brücke nach Norden und fuhren. Sonne war leider nicht viel. Im Gegenteil. Bei der überquerung eines Höhenzugs wurden wir naß. Sprotz,sprotz. Mein Moped wieder unwillig. Kurz am Straßenrand gehalten und mit Gas den einen Zylinder am laufen gehalten, bis der andere Kerzenstecker (oder was auch immer) getrocknet war und sobald er wieder mitarbeitete weiter. Das passierte dann nochmal und keine 200 Meter weiter war die Straße wieder trocken.....

Die Strecke zur Bay of Islands war astrein. Mal dichte Vegetation, mal Wiesen, mal Meerblick, Hügel usw...das kurvenkratzen machte wieder Spaß. Es zog sich ganz schön hin, bis wir in Russel waren. Wetter eher grau in grau. Wir bezogen unser Camp 5 Kilometer vor Russel, knatterten dann da noch zum einkaufen hin, dann noch auf einen Aussichtsberg...leider dichte Wolken....es stippelte. Nu aber zurück. Was kommt den da aus der Küche...

40.

2Fährfahrten standen heute an. Erst bei Russel rüber zum "Festland". Dann immer nach Norden. Die Strecke hatte ich mir interessanter vorgestellt. Eine Pause unter Palmen und schon waren wir an dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Hier beginnt der 99 Miles beach. Den sparten wir uns allerdings und drehten ab kurz nach Süden und dann nach Westen. Da wurde es wieder superschön. Mit Ausnahme des Straßenzustands. Der war nun wirklich vom übelsten. Aufwerfungen quer übern Asphalt sei nur gesagt. Sie waren zwar fleißig am flicken, aber besser wurds dadurch nicht....schließlich erreichten wir die nächste Fähre. Die fuhr uns aber grad vor der Nase weg. Macht nix. Sonne scheint. Drüben angelegt und erstmal getankt und Lebensmittel eingekauft. Rawene. Nett gelegen aber nicht groß. Dann gings weiter in einen Urwald. Hier sahen wir uns einen gewaltigen Kauri Baum an. Soll so 2000 Jahre alt sein. Weiter kurvten wir durch den Wald. Max 3te Gang, so scharfe Kurven wurden hier geboten. Dann eine Bremsung und scharf rechts ab in einen unbefestigten Weg. Hier soll ein Camp sein. Bisl Schotter schreckte uns nicht mehr. Tatsächlich erreichten wir ein Camp. Einfach aber gut. Ich testete noch die Liegerichtung, bevor wir Feierabend machten....

 

41.

Haarscharf am Regen vorbei erreichten wir unseren letzten Zeltplatz. Zuvor durchkurvten wir noch nette Landstriche, hatten nette Begegnungen, nicht zuletzt mit dem Holländer, der auf einer Militärguzzi um die Welt will. Hier in Parakai wollten wir heut Abend nochmal richtig "feiern" . Also gabs Bier satt und den Versuch mit dem Gaskocher ein 1a Mahl zuzubereiten. Hätte vielleicht auch geklappt, aber ich war zu ungeschickt die neue Gaspatrone zu installieren. Es zischte überall raus und so landete das zischende Ding in sicherer Entfernung im Gras.

42.

Die letzte Fahrt stand an. War auch nicht mehr spannend. Die Straße wurde immer breiter uns belebter und plötzlich wars ne Autobahn. Olaf fuhr vorweg und wirfuhren unbeabsichtigt noch mal nach Norden über die große Brücke, wendeten und wieder zurück, folgten der Autobahn nach Süden. Kurz drauf runter und auf einer stark befahrenen Parallelstraße bis zur Tankstelle, wo wir 6 Wochen vorher den ersten Sprit abnahmen. Wir wurden wehmütig- ein wenig. Nun waren es nur noch 5 Minuten bis zur Halle, wo die Kisten hoffentlich auf uns warteten. Neil empfing uns wieder herzlich und wir machten uns sogleich an die Arbeit. 3 Stunden später waren die Kisten zu und wir verabschiedeten uns und schlugen den Weg zur Bushaltestelle ein. Der übernächste Bus nahm uns mit und wir verfolgten die Route mit dem Navi um nicht zu spät auszusteigen. Ich glaube wir sind zu früh ausgestiegen, denn wir mussten noch einen ganz schön steilen Hügel hochlaufen.  Bei Yvette und Jonathan war niemand zu Hause und so gingen wir erstmal, nachdem das Gepäck beiseite gestellt war, zu unserem 5 Dollar Pizzahut. Auf dem Rückweg schleppten wir noch ne Pappe Bier mit für den Abend. Im Garten sitzend warteten wir ne Stunde. Wir waren ungeduldig. Kommen sie heut noch nach Hause oder nicht? Wir latschten los in die mainstreet und hielten Ausschau nach einem Internetcafe. Ob es sowas noch gibt?. In einem dunklen Flur die Treppe hoch betraten wir einen dunklen, nur von einigen Monitoren erhellten Raum. Ein Chinese nahm uns 3 Dollar für ne Stunde Inet ab. Wir checkten unsere Flüge ein. Soweit gut. 

Zurück bei Yvette- immer noch niemand da. Erstmal ein Pils und Ruhe bewahren. Ein paar Pils später kam sie und entschuldigte sich. Alles gut.

 

43.

Das Taxi holte uns pünktlich ab und der Reisemarathon begann. Etwa 40 Stunden später war ich zu Hause.

44.

8000 tolle Kilometer sind wir gefahren!

Hier die Strecken in rosa markiert.

hier kann man mal mit mir mitfahren

noch eins

45 und Ende

Am 21.04.2015 haben wir die Maschinen endlich wieder nach Hause geholt. Keine Schäden. Alles okay.

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